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Smarte Technik braucht smarte Nutzer


Was bringen smarte Assistenten und intelligente Stromzähler, wenn sie der Mensch nicht richtig nutzt? Um etwa die Energiewende zu meistern, braucht es eine Kombination von digitalen Technologien und smartem Nutzerverhalten. Hier können die Sozialwissenschaften helfen.

Ein Viertel des weltweiten Energieverbrauchs entfällt auf Haushalte – Tendenz steigend, selbst in OECD-Ländern, trotz effizienter Kühlschränke und besserer Wärmedämmung. Wie viel Energie ein Haushalt benötigt, hängt stark vom Verhalten der Bewohner und deren Kaufentscheidungen ab.

Beides erfolgt selten auf der Basis gut informierter Abwägungen. Zum einen investieren Haushalte deutlich weniger in sparsamere Geräte und Energieeffizienz, als für sie wirtschaftlich sinnvoll wäre. Zum anderen bemühen sich Energiesparer oft in wenig wirksamen Bereichen: So achten viele penibel darauf, das Licht beim Verlassen des Raumes auszuschalten, lassen aber das Fenster gekippt – und unterschätzen dabei die relevanten Verbraucher Heizung und Warmwasser, die über 80 Prozent der Energie im Haushalt für sich beanspruchen.

Heilbringende Zukunftstechnologie

Zahlreiche Firmen, Organisationen und Politiker hoffen deshalb auf den digitalen Fortschritt. Intelligente Stromzähler und schlaue Apps sollen den Bürgerinnen aufzeigen, wo sie wirksam Energie sparen können. Bislang sind die Resultate eher ernüchternd: In grossflächigen Studien mit intelligenten Stromzählern betragen die erzielten Einsparungen etwa zwei Prozent des Stromverbrauchs (oder 0.5 Prozent des Energieverbrauchs) eines Haushalts.

Dies überrascht nicht übermässig: Bei der Entwicklung solcher Systeme stehen meist technische und juristische Themen im Vordergrund, aber nicht die Frage, wie sie gestaltet sein müssen, damit sich die Menschen damit aktiv beschäftigen wollen. Viele Systementwickler gehen von einem Nutzer aus, der auf Basis rational-ökonomischer Aspekte Informationen wohlüberlegt abwägt und optimiert.

Smarte Technik kann von den Sozialwissenschaften profitieren

Unser Verhalten ist jedoch alles andere als rational. So unterliegt es zahlreichen kognitiven Verzerrungen und Fehlwahrnehmungen. Faktoren wie soziale Normen (was andere tun und denken) oder Defaults (vorgegebene Einstellungen) bestimmen unser Denken und Handeln stärker, als es den meisten von uns bewusst ist.

Zum vollständigen Blogbeitrag im ETH-Zukunftsblog

Verena Tiefenbeck, Oberassistentin am Bits to Energy Lab, ETH Zürich

 

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