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Tür an Tür mit einem Tiefenlager


Der Zusammenhang zwischen einem möglichen Tiefenlager für radioaktive Abfälle und den umliegenden Immobilien ist ein wichtiges Thema. Deshalb will ich meinen gestrigen Blogeintrag gerne fortsetzen und über die Resultate einer Haushaltsbefragung berichten. Gefragt wurde, wie die Schweizerinnen und Schweizer die mögliche Beeinträchtigung des Wohnorts durch ein geologisches Tiefenlager einschätzen, verglichen mit der wahrgenommenen Beeinträchtigung durch andere Infrastrukturanlagen wie Hochspannungsleitungen, Kernkraftwerke oder Mobilfunkantennen. Bereits in der ersten Befragung 2012 zeigte sich: Von allen abgefragten Infrastrukturanlagen werden die Kernanlagen, das heisst Kernkraftwerke, Zwischenlager oder Tiefenlager, am negativsten wahrgenommen. Interessant daran ist, dass solche Anlagen in der tatsächlichen Wohnumgebung viel positiver beurteilt werden als in einer hypothetischen Wohnsituation (= «Wie würden Sie es beurteilen, wenn sich eine der Anlagen in Ihrer Nähe befinden würde?»). Die Befragung zwei Jahre später bestätigte diese Ergebnisse. Die negative Haltung gegenüber hypothetischen Nuklearanlagen hat seit 2012 abgenommen, zugenommen hat die neutrale Haltung. In Bezug auf die Unterschiede zwischen den Standortregionen und der gesamten Deutschschweiz kam es zu keiner Veränderung.

All dieser Studien zu den möglichen Auswirkungen zum Trotz schwelt die Befürchtung in den Standortregionen, dass sich bereits das laufende Auswahlverfahren negativ auf die Region auswirken könnte. Deshalb ist es wichtig, die möglichen Entwicklungen schon früh und objektiv zu beobachten. Eine erste Auslegeordnung für ein sozioökonomisch-ökologisches Monitoring liegt seit letztem Jahr vor. Mit Teilen des Monitorings soll noch in diesem Jahr gestartet werden – im Moment wird dazu ein Konzept erarbeitet.

Simone Brander, Leiterin Grundlagen Entsorgung, BFE

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