Wartezeiten bis zu zwölf Monate: Das war gang und gäbe bei der Lieferung von Wärmepumpen in den letzten beiden Jahren. Nun entspannt sich laut dem Branchenverband GebäudeKlima Schweiz die Situation. Dennoch sollte man den Heizungsersatz nach wie vor rechtzeitig planen.

«Der Verkauf von Wärmepumpen hat sich auf hohem Niveau eingependelt», heisst es bei GebäudeKlima Schweiz (GKS). In den Jahren 2021 und 2022 verzeichnete der Schweizer Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik regelmässig über 20 Prozent Absatzwachstum bei den Wärmepumpen. Im zweiten Quartal 2023 war es gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Plus von zehn Prozent.

«Auch in diesem Jahr wird das Marktwachstum zwischen 15 und 20 Prozent betragen», heisst es demgegenüber bei der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS), der über 440 Unternehmensmitglieder angeschlossen sind. 2022 wurden 41’000 Wärmepumpen verkauft, für 2023 rechnet die FWS mit 48’000. Bis heute sind rund 400’000 Wärmepumpen-Anlagen in der Schweiz in Betrieb.

95% der Wärmepumpen werden im Ausland produziert. Zahlreiche Produzenten haben unterdessen ihre Produktionskapazitäten erhöht. Energeiaplus hat darüber berichtet. Hoval zum Beispiel hat die Produktion von Wärmepumpen um 300 Prozent ausgebaut. Es zeigt sich zwar auch bei den Lieferketten eine Stabilisierung, dennoch kommt es noch zu Engpässen, so dass die Gesamtanlage dann nicht planmässig installiert werden kann.

Erneuerbar heizen:

Wer seine alte Heizung ersetzen will, kann nach wie vor von einer kostenlosen Impulsberatung profitieren. Die Beratung zeigt auf, welches erneuerbare Heizsystem sich für das jeweilige Objekt am besten eignet.

Für den Wechsel von einer fossilen oder konventionell-elektrischen Heizung auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien oder auf einen Anschluss an ein Wärmenetz können Fördergelder beantragt werden. Die Kantone legen diese Beiträge individuell fest.

Informationen gibt es unter www.dasgebaeudeprogramm.ch und www.energiefranken.ch.

Seit 2020 hat die Nachfrage nach Wärmepumpen stark angezogen. Der Grund: Die gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe und damit verbunden das Interesse für einen Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem – dies vor allem bei Besitzerinnen und -besitzern von Einfamilien- respektive Zweifamilienhäusern.

Wie sieht die Branche also die Zukunft? Wie entwickelt sich der Wärmepumpenmarkt weiter? Luigi di Cola, Geschäftsführer von Hoval und Vorstandsmitglied von GebäudeKlima Schweiz sagt: «Wir rechnen nicht mehr mit so hohen Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren.» Der Heizungsersatz gerade bei EFH-Besitzenden sei voll im Gang, oder sie hätten ihr Heizsystem bereits umgestellt. Gerade in urbanen Gebieten finde zudem ein Ausbau des Fernwärmenetzes statt. «Das wirkt sich natürlich auf andere Heiztechnologien (z.B. Wärmepumpen) aus.»

Stephan Peterhans von der FWS sagt: «Es muss nun gelingen, dass auch grössere Gebäude (Schulhäuser, Verwaltungsbauten, Alters- und Pflegeheime, Hotels, etc) auf Wärmepumpen setzten.» Von den 2,3 Millionen Gebäuden in der Schweiz werden rund 1,8 Millionen fürs Wohnen genutzt. Heute sind alleine in Wohnbauten noch über eine Million Öl- und Erdgasheizungen sowie Elektroheizungen in der Schweiz in Betrieb. Diese müssen ersetzt werden, damit die Schweiz das Netto-Null-Ziel bis 2050 erreicht. Das heisst: Rund 40’000 Heizungen müssen pro Jahr durch erneuerbare Heizungen ersetzt werden – sei dies durch eine Wärmepumpe, einen Anschluss ans Fernwärmenetz oder durch eine Holzheizung. Es brauche alle Technologien, um dieses Ziel zu erreichen, so Stephan Peterhans.

Für den Branchenverband GKS gilt folgender Rat nach wie vor: Heizungsersatz rechtzeitig planen! Die Auslastung bei den Installationsbetrieben sei nach wie vor hoch.

Recyclinggebühr für Wärmepumpe:

Wärmepumpen und Wärmepumpen-Warmwasserbereiter, welche ab dem 1. Juli 2023 offeriert werden, unterliegen der vorgezogenen Recyclinggebühr. Wer eine Wärmepumpe kauft, bezahlt einen fixen Betrag direkt dem Installateur oder Hersteller/Importeur. Der Betrag wird verwendet für das Recycling.

Neben den klimaschädlichen Kältemitteln, die durch die Recyclingunternehmen im Voraus sorgfältig abgesogen und separat vernichtet werden müssen, enthalten Wärmepumpen auch wertvolle Rohstoffe. Dazu gehören Aluminium, Eisen, Kupfer und Kunststoffe, die von den Recyclingbetrieben wiederaufbereitet und in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Da Wärmepumpen nach einem ähnlichen Prozess wie jener der Kühlgeräte recycelt werden, kann die Stiftung SENS eRecycling auf ihre bisherigen Partnerbetriebe in der Schweiz zurückgreifen, die ein fach- und umweltgerechtes Recycling der Wärmepumpen auf den bestehenden Anlagen garantieren.

Text: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie
Bild: Eine Luft Wasser Wärmepumpe vor einem Wohnhaus fotografiert am Dienstag, 15. August 2023 in Köniz. (KEYSTONE/Christian Beutler)