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Gezielt informieren um Streuverluste zu vermeiden


Wie sollten Kampagnen ausgestaltet sein, damit sie möglichst viele Menschen von energiesparendem Verhalten überzeugen? Forschende am Kompetenzzentrum für Mobilität der Hochschule Luzern haben sich mit im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 71 «Steuerung des Energieverbrauchs» im Projekt «Nachhaltige Lebensstile und Energieverbrauch» auseinandergesetzt und ein Konzept entwickelt, wie Menschen gezielter fürs Energiesparen sensibilisiert werden können.

Auf der Grundlage des sogenannten Phasenmodells (siehe Kasten) untersuchten die Forschenden, wie menschliche Gewohnheiten durch Kampagnen beeinflusst werden können. Das Modell geht davon aus, dass Menschen vier Phasen durchlaufen, bis ein neues Verhalten zur Gewohnheit geworden ist. «Ein Verhalten nachhaltig zu verändern ist ein langwieriger Prozess», sagt Timo Ohnmacht, Leiter des Projekts, «jeder Mensch macht jede Phase durch, allerdings dauern diese Phasen nicht bei allen gleich lange. Manche überlegen länger, andere kürzer. Manche haben Rückfälle in eine frühere Phase, andere nicht».

Die Forschenden ziehen daher den Schluss, dass es sinnvoll wäre, neben Argumenten die Menschen in Phase Eins erreichen, auch Motive in eine Kampagne einfliessen zu lassen, die Personen in Phase Drei oder Vier ansprechen. Wer die Menschen entsprechend ihrer Phase anspricht, vermindert Streuverluste und spart Zeit und Geld. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen in den Phasen Zwei und Drei oft sehr stark im Fokus einer Kampagne stehen, Menschen in den Phasen Eins und Vier hingegen zu wenig berücksichtigt werden. «Besonders Menschen in Phase Vier, die das gewünschte Verhalten schon zeigen, werden oft vergessen. Aber auch sie brauchen Ermunterung, damit sie nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen», so Timo Ohnmacht.

Die Handlungsempfehlungen wurden in sechs Leitfäden zusammengefasst und richten sich an Kommunen, Behörden, Kommunikations- und Beratungsagenturen, Interessensverbände und NGOs, die Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs entwickeln, planen oder umsetzen wollen. Die Städte Biel und Luzern, die Partner des Projekts waren, werden die Ergebnisse für ihre weitere Kampagnenarbeit auf jeden Fall nutzen.

Mehr zur Studie finden Sie hier oder auf YouTube.

Auszug aus dem Magazin der Hochschule Luzern, April 2019

Bildquelle: Katharina Kossmann

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